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Newsletter 2013-01

Gastlichkeit & Co - Branchenblick 2013-01

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vom 15. Jänner 2013

Inhalt
1. Ware zeigen, heißt Ware verkaufen
2. Burn-out?
3. Story: Der entspannte Bogen
4. Umgang mit ausländischen Gästen: Engländer

Achtung:
Dies ist ein Gratis-Insider-Brief für Kunden und Freunde der Firma Gastlichkeit & Co – Weiterbildungs- und Betriebsberatungsges.m.b.H. Dieser Letter ist gratis und erscheint unregelmäßig. Falls Sie irrtümlich auf der Mailliste stehen, es sich um ein Missverständnis handelt und Sie den Newsletter nicht mehr erhalten möchten, bitten wir Sie einfach ein leeres Mail an  office@gastlichkeit.at?subject=Bitte keine weiteren Newsletter zu schicken. DANKE

 

1. Grundlagen für den (g)astronomischen Erfolg der Zukunft (Teil 7)

Ware zeigen, heißt Ware verkaufen

Der moderne Gast interessiert sich für die Produktentwicklung. Mit offenen Küchen, transparenten Buffets kommen wir diesem Interesse entgegen. Damit wird auch die Ehrlichkeit des Essens des Trinkens für den Gast anschaulich erlebbar. Mit einer guten Warendramaturgie schaffen Sie zusätzlich Erlebnis und Vertrauen. Außerdem steigert das die Konsumbereitschaft der Gäste. Wo Qualität und Wert der Produkte und Dienstleistungen klar ersichtlich sind, fühlt sich der Gast einfach wohler.

Je mehr der Gast zu sehen bekommt, desto mehr wird er zugreifen. Dies ist beispielsweise das Erfolgsrezept einer bekannten Raststätten-Restaurant-Kette. Dort quellen die Körbe förmlich über vor Frische und Fülle. Der Gast sieht mit eigenen Augen, aus welchen Rohstoffen seine Mahlzeit hergestellt wird. Und wenn dies auch noch vor seinen Augen passiert, ist der Erlebnischarakter zusätzlich gegeben. Natürlich brauchen Sie geschulte Mitarbeiter, wenn vor dem Gast gearbeitet werden soll.

Auch Gerüche spielen eine große Rolle bei der Entscheidung des Gastes. In einer bekannten Gasthausbrauerei werden „Backtage“ veranstaltet. Da produziert dann ein Bäcker ofenfrische Hand-Semmeln, Salzstangen und so weiter. Natürlich auch Mehlspeisen, die noch heiß aus dem Backrohr serviert werden. Frischer geht es nicht. Und der Duft, der dabei durch das ganze Lokal weht, verführt beinahe jeden dazu, eine Bestellung aufzugeben.

Wenn Sie ein besonderes Produkt im Sortiment haben, dann präsentieren Sie es! Nehmen Sie eine Kreidetafel und erklären Sie darauf, was es außergewöhnliches im Angebot gibt und worin das Besondere besteht. Der Gast von heute will umfassend informiert sein!

Vorsicht bei Fischaquarien im Bereich des Gastes! Zarte Gemüter reagieren mitunter pikiert, wenn vor ihren Augen die Forelle aus dem Wasser gefischt wird, um anschließend in der Küche mit einem deutlich hörbaren Schlag getötet zu werden! Präsentieren Sie dann lieber den „fangfrischen“ (aber leblosen) Fisch auf gecrashtem Eis! In einem feinen Restaurant in der Linzer Altstadt wird dies als Ritual sehr erfolgreich zelebriert!

Geben Sie jedoch Acht, dass der Gast ausnahmslos nur Frisches und qualitativ Hochwertiges zu sehen bekommt. Sonst geht der Schuss nach hinten los! Dann ist es wohl besser, die weiche Tomate (z.B. für ein Sugo) in der Küche aufzubewahren!

 

2. Burn-out?

Gerade in Zeiten wie diesen ist die Diagnose „Burn-out“ in aller Munde. Politiker, Lehrer, Mitarbeiter und sogar Selbstständige sind davon betroffen. Wie eine Epidemie greift diese Krankheit um sich. Natürlich gibt es viele Hintergründe für das Ausgebrannt-Sein. In vielen Fällen wird dies vermutlich auf die Sinnfrage zurück zu führen sein. Wer eine Arbeit verrichtet, die ihn nicht erfüllt, die als Sinn-los empfunden wird, läuft akut in Gefahr eines Burn-outs.

Leider gibt es aber auch Menschen, die ein Burn-out lediglich vortäuschen, um umhegt und umsorgt zu werden. Die aus der Position der Schwäche dann die gesamte Familie oder auch ein ganzes Unternehmen tyrannisieren. Die einen ständigen Anspruch an Zerstreuung und Aufmerksamkeit an den Tag legen, die außer dem eigenen „Leiden“ allerdings keinerlei Mitgefühl mit anderen Menschen haben. Denen es offenbar nur darum  geht, die Sinnlosigkeit des eigenen Daseins durch ein regelrechtes Ausnutzen des Umfeldes zu kompensieren.

Hier sollte die Diagnose übrigens nicht mehr „Burn-out“ sondern „histrionische Persönlichkeitsstörung“ lauten. Histrioniker (die frühere Bezeichnung lautete Hysteriker) neigen zu theatralischem Verhalten. Selbst unbedeutende Ereignisse werden zum bekannten Elefanten hochstilisiert. Kleinste Eigenleistungen als sensationell dargestellt. Damit einher geht eine permanente Selbstüberschätzung. Die eigene Person wird ständig in den Mittelpunkt gestellt. Diese Menschen neigen zu „himmelhoch-jauchzend“ oder „zu Tode betrübt“. Die Reaktionen entbehren meist jeglichem Normalmaß. Da wird „Burn-out“ regelrecht dramatisiert und zelebriert.

Was steckt dahinter? Diese Menschen haben erkannt, dass Sie sogar eine Schwäche für die Selbstdarstellung verwenden können. Hinter diesem übertriebenen Aufmerksamkeitsstreben steht die tatsächliche Unfähigkeit zur Eigenliebe. Gefühlsausbrüche sind kalkuliert und berechnet – also gespielt. Sie dienen lediglich zur Manipulation des Umfeldes und sind nicht echt. Wenn ein echter Kern vorhanden ist, dann wird dieser meist bis zur Groteske überdimensioniert.

Wenn immer Sie das Gefühl haben, hier ist eine deutliche Übertreibung im Spiel, dann sollten Sie sich wappnen. Diese Menschen neigen dazu nur den eigenen Vorteil zu suchen und andere Menschen schamlos auszunutzen. Dies können die Mitarbeiter, die Bekannten und sogar die eigene Familie sein. Damit Sie meine Ausführungen nicht falsch verstehen: Diese Menschen machen es nicht aus böser Absicht. „Denn Sie wissen nicht was Sie tun!“ trifft es schon eher. Es ist ein inner Drang, der Histrioniker zu ihrem Verhalten animiert. Den allermeisten ist dies überhaupt nicht bewusst.

Dies Zeilen schreibe ich, um Ihnen die Augen zu öffnen, dass nicht jedes Burn-out auch tatsächlich diese Diagnose verdient. Manche Histrioniker täuschen dies nur vor, um ihre Wünsche erfüllt zu bekommen. Wenn die dann mit Ihrem neuen Porsche durch die Lande fahren ist – der übrigens nicht mit eigener Leistung bezahlt wurde – ist dann nichts von Burn-out zu erkennen. Diese Menschen auf Burn-out zu behandeln wäre fatal und würde die Situation sogar noch verschlimmern.

Wenn Sie mehr über Histrioniker lesen möchten, dann empfehle ich Ihnen dieses Buch: Histrionische und Narzisstische Persönlichkeitsstörungen von Rainer Sachse

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3. Story: Der entspannte Bogen

Es heißt, dass der alte Apostel Johannes gern mit seinem zahmen Rebhuhn spielte.

Nun kam eines Tages ein Jäger zu ihm. Verwundert sah er, dass ein so angesehener Mann wie Johannes einfach spielte. Konnte der Apostel seine Zeit nicht mit viel Wichtigerem als mit einem Rebhuhn verbringen? So frage er Johannes: „Warum vertust du deine Zeit mit Spielen? Warum wendest du deine Aufmerksamkeit einem nutzlosen Tier zu?“ Verwundert blickte Johannes auf. Er konnte gar nicht verstehen, warum er nicht mit dem Rebhuhn spielen sollte.

Und so sprach er: „Weshalb ist der Bogen in deiner Hand nicht gespannt?“ Der Jäger antwortete: „Das darf nicht sein. Ein Bogen verliert seine Spannkraft, wenn er immer gespannt wäre. Er hätte dann, wenn ich einen Pfeil abschießen wollte, keine Kraft mehr. Und so würde ich natürlich das anvisierte Ziel nicht treffen können.“ Johannes sagte daraufhin: „Siehst du, so wie du deinen Bogen immer wieder entspannst, so müssen wir alle uns immer wieder entspannen und erholen. Wenn ich mich nicht entspannen würde, indem ich z.B. einfach ein wenig mit diesem – scheinbar so nutzlosen – Tier spiele, dann hätte ich bald keine Kraft mehr, all das zu tun, was notwendig ist. Nur so kann ich meine Ziele erreichen und das tun, was wirklich wichtig ist.“

Quelle: Geschichtensammlung von Rainer Lenzenweger, Akademischer Trainer

 

4. Internationale Gäste

Im Umgang mit ausländische Gästen sollten wir grundlegende Kenntnisse über deren Sitten und Gebräuche haben.

Engländer

  • Die Hand wird nur bei der ersten Begegnung geschüttelt. In der Folge reicht eine verbale Begrüßung.
  • „How do you do?“ ist keine Frage nach der persönlichen Befindlichkeit, sondern vielmehr eine bedeutungslose Floskel zur Einleitung eines Gespräch.
  • „How are you?“ beantworten Sie am besten kurz und fügen ein „… and how are you?“ hinzu.
  • Small-Talk ist wichtig bei Briten. Positive Erfahrung in England, Kenntnis der britischen Geschichte etc. sind gute Themen dafür.
  • Der Brite ist eher reserviert und zeigt wenig Emotionen.
  • Es ist auch Wochentags und bei älteren Gästen sogar im Urlaub opportun sich korrekt zu kleiden.
  • Briten entschuldigen sich laufend, auch für Kleinigkeiten, die uns unwichtig erscheinen. Vielleicht bezeichnet man sie deshalb als das höflichste Volk der Welt.
  • Im Restaurant ist darauf zu achten, dass die begleitende Dame den Platz zur Rechten des Herrn zugewiesen bekommt.
  • In der Regel neigen Briten zur Zweckmäßigkeit und Pragamatismus.

 

G a s t freundliche Grüße aus Leonding

Gastlichkeit & Co –
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A-4060 Leonding
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