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Kleine Weinkunde

Was Sie immer schon über Wein wissen wollten, jedoch nie zu fragen gewagt haben ;-))

wein

Warum sind Fässer aus Eiche?

Für den Fassbau braucht man Holz, das so wenig porös ist wie möglich, und dieses stammt von drei Arten der Weißeiche, einer amerikanischen und zwei europäischen. Das harte, geschmeidige und wasserdichte Holz der Eiche hat zudem noch eine natürliche Affinität zu Wein und verleiht ihm einen bestimmten weichen und mit zunehmenden Alter immer besseren Geschmack.

Warum hat der eine Wein 9 und der andere 15% vol. Alkohol?

Alkohol entsteht bei der Vergärung von Traubenzucker durch Hefe. Wie viel Volumenprozent Alkohol im Wein enthalten sind, richtet sich nach dem Zuckergehalt der Trauben. Da dieser Zucker durch Photosynthese unter Sonnenlicht gebildet wird, sind die Tropfen meist um so alkoholischer, je näher ihre Anbaugebiete am Äquator liegen. Diese Tatsache ist allerdings relativ, denn auch Höhenlage, das Wetter des bestimmten Jahrgangs und die Höhe des Ertrags spielen eine Rolle.

Warum sind gute Süßweine so teuer?

Edle Süßweine werden aus Trauben gepresst, die durch Sonne oder gewollte Edelpilzfäule stark eingetrocknet oder die gefroren sind (Eiswein). Dazu müssen die Beeren lang im Weinberg bleiben. Das Risiko, dass Regen sie verdirbt, ist groß. Das und die harte Arbeit der Pflücker treiben den Preis hoch.

Was ist ein Marsala?

Marsala ist nach der gleichnamigen Stadt an der Westküste Siziliens benannt und wächst in deren Umland. Marsala ist ein angereicherter Wein – er wird durch hinzugefügten Alkohol verstärkt und hat etwa 18% vol.. Wenn der meist relativ süße Tropfen gut ist, ist er mit dem bekannteren Portwein vergleichbar. Es gibt ihn als Oro (Gold), Ambra (Bernstein) und Rubino (Rot).

Sind Weine aus alten Reben eigentlich etwas besonderes?

Ja, denn alte Reben bringen Trauben von hoher Qualität hervor und sind selten geworden. Schuld daran ist die Reblaus. Das nur 1 mm große Biest hat seit seinem ersten Auftreten in Frankreich 1863 immer wieder und fast weltweit zahlreiche Weinberge verwüstet. Was an alten Reben übrig bleibt, fiel in jüngerer Vergangenheit oder der Ungeduld mancher Winzer zum Opfer, die lieber mit neuen und modischen Rebsorten experimentieren wollten. Das ist äußerst schade, denn wenn Reben über mehrere Jahrzehnte lang gehegt und gepflegt werden, geben sie zwar nur wenige und dazu noch kleine Trauben – die jedoch sind voll Extrakt und ergeben wunderbare Weine mit viel Aroma und Kraft. Wenn man Ihnen einen Wein aus 30- oder 40jährigen Reben anbietet, sollten Sie ihn unbedingt probieren und bei angemessenem Preis kaufen.

Warum wird Wein überhaupt geschwefelt?

Schwefel wird seit der Antike als Reinigungs- und Konservierungsmittel verwendet. Heute nutzt man ihn im Weinberg zum Schutz vor Mehltau. Im Weinkeller kommt er bei der Produktion fast aller Weine als Schwefeldioxid (SO2) zum Einsatz und verhindert, dass der Wein oxidiert, der Sauerstoff der Luft also nicht mit den Inhaltsstoffen von Most oder Wein reagiert. Nachteilig an SO2 ist, dass es sich schon in geringer Konzentration unangenehm bemerkbar macht. Nicht zuletzt deshalb sind in den vergangenen Jahrzehnten die gesetzlich erlaubten SO2-Mengen kontinuierlich herabgesetzt worden.

Was sagt die Flasche über die Herkunft aus?

Im 18. Jahrhundert waren die Flaschen nicht besonders ebenmäßig in Größe und Form eher Ergebnis des Lungenvolumens des Glasbläsers. Heute nutzen die meisten Winzer eine einheitliche Flaschenform. Deutscher Riesling kommt oft in der Schlegelflasche, Bordeaux in schlanken hohen und Burgunder in etwas bauchigeren Flaschen auf den Markt. Doch da die Herkunft des Weins ohnehin auf dem Etikett steht, informieren die Formen manchmal eher über die Art des Weins. Manche Erzeuger füllen ihre fruchtigeren Weine beispielsweise in Burgunder-, die gerbsäurehaltigeren hingegen in Bordeauxflaschen. Auch anspruchsvolle Chardonnays lagern oft in Burgunderflaschen.

Muss Wein nach dem Transport ruhen?

Es gibt Weinhändler, die behaupten, dass es überhaupt keine Rolle spielt, ob der Wein gerade aus dem Kofferraum kommt oder nicht. Und auch wir haben in der Redaktion schon Weine verkostet, die am Tag zuvor erst mit der Post angekommen waren. Dennoch: Ideal ist eine Ruhezeit von einer bis zwei Wochen. Wenn es eilt, gibt es die Möglichkeit, den Wein (weiß oder rot) gut zwei Stunden in den Kühlschrank zu legen und danach wieder langsam auf die ideale Temperatur zu bringen. Die Kälte stabilisiert den Wein. Alte Jahrgänge müssen mindestens einen ganzen Tag in den Kühlschrank – stehend!

Dekantieren oder nicht dekantieren?

Ursprünglich wurden Weine dekantiert (d.h. in eine Karaffe umgefüllt), weil man sie von ihrem Bodensatz trenne wollte, der meist bitter schmeckt. Heute haben nur noch die wenigsten Weine dieses Depot, da klären und filtern zur Regel geworden ist. Experten empfehlen das Dekantieren, da sich das belüften positiv auf die Entfaltung von Duft und Geschmack auswirken soll. Dies ist jedoch umstritten. Es gibt genauso viele Fachleute die der Meinung sind, dass sich Sauerstoff ungünstig auf den Wein auswirkt, sich beim Kontakt mit so viel Luft nur die Geschmacksmerkmale verflüchtigen und – vor allem bei älteren Tropfen – der Wein oxidieren kann.

Passt Champagner zum Essen?

Champagner passt ausgezeichnet zum Essen, und zwar nicht nur zur feinen Küche. Im Gegenteil, da die Kohlensäure alle subtilen Aromen hinwegsprudelt, sollte man ruhig etwas Kräftiges dazu servieren. Bestens geeignet sind Rindsrouladen, Würstchen mit Sauerkraut, Schlachtplatte oder sogar Tex-Mex-Küche. Auch zur aromatischen asiatischen Küche passen Champagner und seine sprudelnden Geschwister Sekt, Prosecco (Italien), Cava (Spanien) und Cremant (Frankreich) bestens.

Ist Wein in großen Flaschen schlechter?

Die Größe einer Standartflasche beträgt heute 0,75 Liter und sagt nichts über den Inhalt aus. Viele deutsche Winzer füllen ihre Weine auch in 1-Liter-Flaschen, wobei es sich dabei meist um die aus der Sicht des Winzers „einfachere“ Qualität seiner Weine handelt. Das ist jedoch relativ, denn bei Spitzenwinzern sind auch einfache Weine besser als der Durchschnitt. Wenn man von den äußerst simplen (oft italienischen) Weinen in 2-Liter-Flaschen absieht, wird ansonsten nur beste Qualität in Großflaschen abgefüllt. Experten meinen, dass gute Weine in Magnumflaschen ( 1,5 l ) besonders günstig reifen und sammeln guten Bordeaux gern in dieser Flaschengröße

Quelle: http://www.kochende-leidenschaft.de