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Julia Engelmann

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Vielleicht haben Sie schon von Julia Engelmann gehört? Eine Poetry Slammerin aus Bremen. Ihr YouTube-Video über Ihren Auftritt an der Uni Bielefeld wurde mittlerweile mehr als fünf Millionen Mal angeklickt. Warum ich darüber schreibe? Weil die junge Dame den meisten von uns aus der Seele spricht.

Sie bezieht sich auf eine Zeile eines Popsongs: ”One day Baby we´ll be old, oh Baby we´ll be old and think about the stories that we could have told.”

Hierzu Julia Engelmann:
“Eines Tages, Baby werden wir alt sein, … und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können.
… Ich kann mich begeistern für Leichtsinn, wenn ein anderer ihn lebt.
… Ich warte zuviel ab, ich nehme mir zuviel vor und ich mach davon zu wenig.
… Ich würde so gern so Vieles tun. Meine Liste ist so lang, aber ich werd´ eh nie alles schaffen, also fang´ ich erst gar nicht an.
… Mein Dopamin, das spar´ ich immer, falls ich´s nochmal brauche.
… Eines Tages Baby werd´ ich alt sein und an all die Geschichten denken, die ich hätte erzählen können.

… Unser Leben ist ein Wartezimmer. Niemand ruft uns auf.
… Und wir sind jung und haben viel Zeit. Warum sollen wir was riskieren? Wir wollen doch keine Fehler machen. Wollen auch nichts verlieren und es bleibt so viel zu tun. Unsere Listen bleiben lang und so geht Tag für Tag ganz still ins unbekannte Land.

… Eines Tages Baby werden wir alt sein –
… und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können. Und die Geschichten die wir dann statt dessen erzählen, werden traurige Konjunktive sein, wie “Einmal bin ich fast einen Marathon gelaufen
… und einmal hätten wir uns fast gesagt, wie viel wir uns bedeuten.”, werden wir sagen.
Dass wir bloß faul und feige waren, das werden wir verschweigen und uns heimlich wünschen, noch ein bisschen hier zu bleiben.

Wenn wir dann alt sind, und unsere Tage knapp –
… dann erst werden wir kapieren, wir hatten nie etwas zu verlieren. Denn das Leben, das wir führen wollen, das können wir selber wählen. Also lass uns doch Geschichten schreiben, die wir später gern erzählen. Lass uns Nachts lange wach bleiben, aufs höchste Hausdach der Stadt steigen, lachend und die aller-tollsten Lieder singend. Lass uns Feste wie Konfetti schmeißen. Sehen wie sie zu Boden reisen und die gefallenen Feste feiern, bis die Wolken wieder lila sind.
Und lass mal an uns selber glauben.

Es ist mir egal ob das verrückt ist. Wer genau guckt sieht, dass Mut auch bloß nur ein Anagramm von Glück ist.

Wer immer wir auch waren. Lass uns mal werden, wer wir sein wollen.
Wir haben schon viel zu lang gewartet. Lass´ uns mal Dopamin vergeuden.

… Der Sinn des Lebens ist leben.
… Lass uns möglichst viele Fehler machen und möglichst viel aus ihnen lernen
… Lass uns alles tun, weil wir können – und nicht müssen. Weil jetzt sind wir jung und lebendig und das soll ruhig jeder wissen.

Unsere Zeit die geht vorbei – das wird sowieso passieren – und bis dahin sind wir frei und es gibt nichts zu verlieren. Und dann können wir uns sagen, dass wir uns viel bedeuten – denn das Leben, das wir führen wollen, können wir selber wählen.

Also los, schreiben wir Geschichten, die wir später gern erzählen. Und eines Tages Baby werden wir alt sein … und an all die Geschichten denken, die für immer unsere sind.

Mehr gibt´s dazu nicht zu sagen. Im Video-Blog von Kurt Steindl.com gibts übrigens das Original-Video zum Anschauen.

About Kurt Steindl

Kurt Steindl ist professioneller Vortragsredner und Hoteltester. Seine Sicht der Dinge stellt er in diesem Blog vor.

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