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Im Reisebüro

Kurt Steindl 0

Unsere Kinder freuten sich schon sehr. Wir wollten nach Paris und Disneyland besuchen. Also machten wir uns auf und gingen in ein Reisebüro, um alles unter einem Dach und Fach zu haben. Wir brachten unsere Wünsche für die Flugzeiten vor, welche Kategorie das Hotel haben sollte, fixierten die Reisetage und … staunten. Die Dame hinter dem Schreibtisch erklärte uns allen Ernstes, wenn sie jetzt anfragen soll, ob es möglich ist, dass wir im Zimmer unseres gewünschten Hotels ein zusätzliches Bett für das zweite Kind haben können, dann ist das gleichbedeutend mit einer fixen Buchung der Reise. Natürlich konnten wir das Gehörte nicht glauben und vergewisserten uns nichts falsch verstanden zu haben. “Doch. Das ist so!”, erklärte die Mitarbeiterin des Reisebüros . “Wenn ich im gewünschten Hotel nachfrage, ob ein zusätzliches Bett möglich ist, dann müssen Sie die Reise fix buchen.”

Sie können sich unser Erstaunen vielleicht vorstellen. Aber der Einwand, dass wir zuerst die genauen Preise wissen und nähere Informationen zum Hotel haben wollen, wurden mit dem Argument “Das geht nicht!” weggeschoben. Es entwickelte sich daraus ein aberwitziges Gespräch, in dem wir uns wirklich bemühten ruhig zu bleiben und an das Verständnis der Mitarbeiterin appellierten. Leider umsonst. Ziemlich irritiert haben wir schließlich das Reisebüro verlassen. In der Folge sind wir dann vor dem Computer gesessen und haben uns selbst die Flugzeiten und ein passendes Hotel gesucht und schließlich gebucht. Alles ohne Reisebüro. Dort hätten wir ja eigentlich eine Beratung erwartet. Ohne Beratung hat man es ja auch im Internet selbst erledigen.

Für uns erhebt sich natürlich die Frage, was dahinter steckt. Von einer Branche, der man bereits den Niedergang voraussagte, weil das Internet die Reisebüros überflüssig macht, würde man sich doch etwas mehr Kundenorientierung erwarten. Glaubt man dort tatsächlich, dass irgendjemand bucht, ohne den endgültigen Preis oder nähere Details zu haben? So wird es diese Branche schwer haben, zu überleben.

Apropos Kundenorientierung: Da haben wir im Internet auch noch eine interessante Erfahrung gemacht. Bei manchen Hotelportalen ist es übrigens nicht möglich, eine Zimmersuche für zwei Erwachsene und zwei Kinder einzugeben. Da hat man wohl nur Familien mit einem Kind als Zielgruppe. Ist doch auch interessant, oder?

Wir haben schließlich ein Zimmer gefunden, in dem wir alle vier unterkommen und freuten uns schon darauf Mickey und Donald die Hände zu schütteln. Nein, nicht nur die Kinder. Wir auch.

About Kurt Steindl

Kurt Steindl ist professioneller Vortragsredner und Hoteltester. Seine Sicht der Dinge stellt er in diesem Blog vor.

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